Den allergrößten Teil vom Jahr sind wir glücklicherweise gesund. Die Kinder sind noch seltener krank als wir. Wenn sie dann aber doch mal krank sind, nehmen wir uns gerne Zeit dafür, sie zu pflegen, viel zu kuscheln und das Unangenehme mit ihnen gemeinsam durchzustehen.

Letzte Woche hatte Elina wie angeworfen Fieber. Eben hatte sie noch gespielt, da meinte sie schon, sie könne sich fast nicht mehr auf den Beinen halten. Essen mochte sie nicht mehr, aber sie hat sich eine Kraftsuppe gewünscht. Wir haben das vorhandene Gemüse aus dem Kühlschrank gewaschen und in Stücke geschnitten. Es dauerte nicht lange und der vertraute Duft einer Kraftsuppe durchströmte die ganze Wohnung. Natürlich hat nicht nur Elina Suppe getrunken. Wir haben uns alle gleich mitgestärkt und die leckere, wohltuende Wärme aus der großen Tasse genossen.

Seit wir die Kraftsuppe kennen, können wir uns ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen. Sie ist lecker und, wie der Name schon sagt, wirklich sehr stärkend.

Meine erste Erfahrung mit der Kraftsuppe hatte ich kurz vor Darinas Geburt. Hochschwanger hat mich – ja uns alle – eine heftige Magendarmgrippe erwischt. Nach 24h Durchfall und Erbrechen war ich körperlich sehr geschwächt und der Gedanke an die bevorstehende Geburt hat mich sehr beunruhigt. Unsere Hebamme meinte zwar, dass der Körper für die Geburt eine Kraftreserve – ähnlich einer Schatztruhe im Keller – habe. Und ich bin sicher, dass das so ist. Trotzdem war ich ihr für den Tipp, mir einen großen Topf Kraftsuppe zu kochen, sehr dankbar.

Diese Kraftsuppe hat mich tatsächlich nochmal so richtig gestärkt. Mit jeder Tasse von dieser warmen, leckeren Suppe fühlte ich mich besser. Zusammen mit der Energiereserve (die tatsächlich im Keller gewartet hat) war ich bereit für die Geburt.

Im Wochenbett hat Ro mir wieder eine Suppe aufgesetzt. Unsere Hebamme schwor nämlich darauf, dass die Suppe auch sehr milchbildend ist.

Zum Glück hält sich der Arbeitsaufwand absolut in Grenzen. Das Durchziehen braucht einfach viel Geduld, passiert aber ganz von selber. Am besten lässt man das Gemüse für 24h, noch besser sogar für 48h durchziehen. Um uns die lange Wartezeit zu verkürzen, holen wir uns schon während des Köchelns ab und zu eine Tasse raus. Wenn Energie gefragt ist, brauchen wir sie doch meistens sofort – oder meinen das zumindest.

Die Suppe hat zudem etwas wunderbar Entschleunigendes. Der große Topf auf dem Herd, der ganz leise vor sich hin dampft, verströmt eine wohlige Ruhe.

Das Rezept für diese köstliche Suppe habe ich von unserer Lieblingsbäuerin bekommen. Sie selbst macht die Suppe mit einem Suppenhuhn. Wir haben das am Anfang auch so gemacht. Inzwischen mag ich es aber lieber nur noch mit viel Gemüse.

Wir kochen sie immer wie unten beschrieben.

Rezept für eine stärkende Kraftsuppe

Verschiedene Saison-Gemüse (samt Schale!) und gesunde Rüstabfälle:

Karotten, Sellerie, Lauch, Zwiebeln (ja genau, auch die mitsamt sauberer Schale), Pastinaken, Kartoffeln, Kohl, Randen (blutbildend, gibt zudem eine schöne rote Farbe) usw.
Alles in mittelgroße Stücke schneiden.

Petersilie oder Petersilienwurzel (auch blutaufbauend)
Knoblauchzehen
Kleines Stück Ingwer

Alles in 10-15 Liter kaltes Wasser geben und aufkochen. Falls du nur kleinere Töpfe hast, nimm einfach weniger Wasser.
2 Tage auf kleinem Feuer ziehen lassen. Die Suppe soll nicht sprudeln/kochen.

Während der letzten halben Stunde der Kochzeit Kräuter, aromatische Gewürze und etwas Meersalz beigeben.
Das Ganze in einen sauberen Topf oder ein Glasgefäß absieben und die Suppe am besten im kalten Wasserbad abkühlen lassen.
Das Gemüse wegwerfen, da sämtliche Nährstoffe in der Suppe sind.

Die Suppe kann zugedeckt bis zu zwei Wochen im Kühlschrank aufbewahrt werden.
Immer nur so viel Suppe abschöpfen, wie nötig (auf Hygiene achten wegen der langen Haltbarkeit) und aufwärmen, aber nicht mehr kochen lassen.

Evtl. mit Meer- oder Steinsalz leicht nachwürzen. Auch toll: mit frischen Kräutern oder einer Hand voll frischem Gemüse als Einlage.

Zuviel Suppe gekocht?
Die Suppe kann wunderbar als Grundlage für Reisgerichte, Saucen etc. verwendet werden.

 

Wir wünschen dir viel Freude beim Nachkochen und freuen uns, von dir zu lesen, wie sie dir geschmeckt hat.

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